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Marian fliegt um die WeltDenver (KDEN) - St Louis Downtown (KCPS) |
22.04.2003 9:30 Leg: 688nm 5h18m Trip: 27082nm 10d16h25m
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Von Denver aus soll es heute nocheinmal in den Südwesten gehen, nach Saint Louis, Missouri, zum Besuch einer monumentalen Sehenswürdigkeit, dem Gateway Arch. Die Etappe dorthin führt über derart langweiliges Terrain, daß ich aus 10.000ft nicht ein sehenswertes Motiv finden konnte. Deshalb hier nur Beweisfotos von Start und dem ersten Ziel, Spirit of St. Louis (KSUS).
Nach kurzer Pause starte ich direkt wieder und gehe auf einen westlichen Kurs in Richtung Innenstadt.
Beim Überflug kommt mir eine verwegene Idee, wie sie hoffentlich nur Simulatorflieger haben. Könnte man nicht da bequem durchfliegen? Sicher, aber dann nicht mit einer zahmen Cessna Skylane, oder? Ein paar Meilen weiter liegt Saint Louis Downtown (KCPS), ich fliege ihn zum fixen Luftfahrzeugwechsel an.
Was nehmen wir denn? Eine reinrassige Kunstflugmaschine wäre richtig. Patty Wagstaff leiht mir ihre Extra 300S. Ein schwerer Fehler.
Nun ja, auf den ersten Blick ist ja alles da, was man so braucht. Keine Aussicht nach draußen, aber das wird sich dann beim Start schon bald geben. Ein Beschleunigungsmesser auf dem man ablesen kann, daß man gerade ohnmächtig geworden ist, oder erfahren weshalb die Tragflächen eben abgebrochen sind. Eine zusätzliche Tankanzeige für den Kunstflugtank. Und dann noch ein paar Knöppe, die sicher alle richtig stehen, und es wird schon nichts schiefgehen, wenn ich sie nicht anfasse. Keine Klappen, starres Fahrwerk. Na denn.
Hier sieht noch alles schön und neu aus. Vollgas und nach nicht einmal sechs Sekunden ist das Ding in der Luft.
Und sofort geht der Spaß los! Ich rühre wild am Knüppel um wenigstens ungefähr "straight and level" zu bleiben. Irgendjemand hat einmal gesagt, ein Flugzeug flöge brav geradeaus bis der Pilot es stört. Dieses ist definitiv anders, und der Pilot stört hier besonders. Immerhin reagiert der Flieger immer unmittelbar, wenn ich wiedermal in irgendeiner unmöglichen Lage auf den Boden zuheule.
Nach ein paar Minuten wilder Herumeierei wird es etwas ruhiger, ich passe meine Steuereingaben so langsam an die durchaus andere Charakteristik an. Während der erste Angstschweiß trocknet mache ich mich auf den Weg um meinen Plan in die Tat umzusetzen. Ich wende und drehe zurück zum Arch.
Die Sonne blendet mich, damit habe ich nicht gerechnet. Aber es sieht so aus, als wäre hier der Weg frei. Erst durchs Tor und dann zwischen den hohen Häusern durch...
Je näher ich komme, desto blöder kommt mir die Idee vor. Ich bin nicht wirklich Herr dieses Flugzeugs und überhaupt wird die Öffnung beim Näherkommen irgendwie immer enger statt weiter. Aber dies ist nur ein Spiel, ich ziehe das jetzt durch.
Ungefähr hier entfährt mir ein lautes Gebrüll, ich habe auch vergessen, den Rauch zur besonderen Note einzuschalten. Aber es passt natürlich alles, Platz ist hier ja reichlich. Daneben findet sich ein Postkartenmotiv zum Vergleich.
Sekunden später stellt sich der Durchgang zwischen den Häusern als von einem hohen Mast blockiert heraus. Ich weiß nicht wie weit entfernt der steht und will es auch nicht genauer feststellen. Ich gebe Vollgas und ziehe dieses Rennpferd von einem Flugzeug einfach nach oben raus aus dem Labyrinth.
Mit viel Luft unter mir, und keiner Architektur um mich herum geht es mir schon bald wieder besser. Nein, für solche Späßchen sind meine Nerven nicht gut genug.
Ich drehe wieder um und fliege zurück nach KSUS. Der Kampf mit dem Flieger endet nicht bevor nicht alle Räder wieder fest auf dem Boden sind. Beim Rollen komme ich dann natürlich außerdem von der Bahn ab, weil ich vor lauter Freude über das überlebte Aufsetzen vergesse zur Seite zu schauen nachdem das Spornrad unten angekommen ist.
Ich lasse die Maschine im Gras stehen, soll sie jemand anders zurückrollen. Ich will mein gemütliches Wohnzimmerflugzeug wiederhaben.
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