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Marian fliegt um die WeltEdinburgh (EGPH) - Reykjavik (BIRK) |
19.02.2002 13:00 Leg: 733nm 7h10m Trip: 1699nm 14h
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Nach einem ausgiebigen Mittagessen, oder dem, was man in Schottland so nennt, melde ich meinen GPS-Flugplan nach Reykjavik (BIRK) an. Während ich zur Startbahn rolle macht sich mein Parkplatznachbar von der Ankunft gerade davon.
Nach ihm bin ich mit dem Start an der Reihe und mein Kurs nordwärts führt mich über die neue Firth of Forth-Brücke
Dieser Ausblick auf den Loch Linnhe ist für die nächsten Stunden mein letzter visueller Kontakt zum Boden, denn wenig später ist die Wolkendecke geschlossen. So verpasse ich den Moment, in dem ich zum ersten Mal in einem einmotorigen Flugzeug so weit auf ein Gewässer hinausfliege, daß ich den Sichtkontakt zum Land verliere.
Glücklicherweise ist mein Flugzeug nicht nur nagelneu (auch wenn dieses Muster schon seit den 80ern nicht mehr gebaut wird) sondern auch - als Simulatorflugzeug - zu 100% zuverlässig. Und ich werde nicht über dem Nordatlantik anfangen das zu ändern...
Einige Stunden später auf einem ruhigen Flug über geschlossenen Wolken, beruhigt durch den Blick auf das GPS das plausibel aussehende Positionen und Fortschritte anzeigt, geht die Sonne unter. Ich frage mich, ob es wirklich eine gute Wahl war, das Flugzeug mit knallroten Sitzen zu bestellen, die Farbe beginnt mir bereits auf die Nerven zu gehen. Daß ich mir darüber Gedanken machen kann, zeigt daß im Cockpit nicht viel zu tun ist.
Der Anflug auf Reykjavik wird dann aber doch wieder recht ungemütlich. Ich sollte mir langsam wohl wirklich angewöhnen, das Wetter am Zielort vor dem Start in Erfahrung zu bringen anstatt mich überraschen zu lassen. Nicht nur, daß es dunkel ist, damit habe ich gerechnet. Es herrscht auch Schneetreiben und heftiger Seitenwind. Ich habe sogar das Gefühl, daß für die herrschende Windrichtung die falsche Bahn in Betrieb ist, aber ich bin nicht von hier und werde daher keine Kritik äußern.
Auf diesem Bild kann man zwar nicht richtig erkennen, in welchem Winkel ich anfliegen muss um wenigstens ungefähr über der Mittellinie der Landebahn zu bleiben. Aber man kann die Lichter einer startbereiten Dash-8 sehen. Die kann es überhaupt nicht erwarten wegzukommen und braust direkt nachdem ich die Bahn verlassen habe an meinem Leitwerk vorbei.
Noch beim Rollen zum Parkplatz wird meine Maschine heftig über das Flugfeld geweht bis ich mich an meine Ausbildung erinnere und wirklich nur in schneller Schrittgeschwindigkeit weiterrolle. Ich stelle das Flugzeug ab, und bin wirklich froh angekommen zu sein.
Ich bin mir nicht sicher, ob Island geographisch zu Amerika oder zu Europa gehört, oder je zur Hälfte und falls das der Fall ist, auf welcher Hälfte ich parke. Der nächste Abschnitt wird mich aber sicher von der europäischen Plattentektonik entfernen.
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